Dass nicht jedes Leuchtturmprojekt strahlt und dass der Mensch in manchen Bereichen der KI nicht das Wasser reichen kann und die KI nicht dem Menschen …
das und mehr erfuhr das Publikum in der vollbesetzen Aula bei der diesjährigen Präsentation ausgewählter Seminararbeiten am 20. März 2025 – wie in jedem Jahr eine Veranstaltung von hoher Qualität bei durchaus großem Unterhaltungswert.
„Inwieweit unterscheidet sich der Akt der Rache am Partner in Bezug auf das Geschlecht? Ein Vergleich anhand von zwei Fällen“, so das Thema von Ylva Gerick aus dem Seminar „Rache und Vergeltung“. Ihr Fazit: Ob Männer oder Frauen – mangelnde sprachliche Intelligenz und Risikobereitschaft erhöhen die Wahrscheinlichkeit und Fatalität von Racheakten.
Kora Bolz zeigte, dass die KI zwar die Gefühlslage von Menschen blitzartig und mit einer Trefferquote von 100% erkennen kann, die Empathiefähigkeit des Menschen aber eine unerreichte Qualität von Beziehung ermöglicht. Ihr Thema aus dem Seminar „Visionen und Realisierung Künstlicher Intelligenz“ lautete: „Kann Künstliche Intelligenz Mimik, insbesondere Mikroexpressionen, besser erkennen als der Mensch? – Ein Vergleich von Fähigkeiten und ihren Grenzen“
Gesellschaftspolitisch interessant wurde es beim Thema: „Tradition und Nationalismus: Inwiefern gleicht das Frauenbild der AfD dem der NS-Zeit?“ von Annika Wendler. Ihr Fazit: Kritische Beobachtung der politischen Entwicklung tut not, da eine antifeministische Rückwärtsbewegung mit dem Aufkommen der AfD durchaus spürbar ist.
Liz Nehmke hatte sich die Frage gestellt: „The Overturn of Roe v. Wade: Life-Threatening or Life-Saving? A Texas Analysis.“ In ihrer englischsprachigen Präsentation kam sie zu dem Schluss: „The Texas abortion ban claims to save lives, but strips away the very essence of life – hope, dignity, and opportunity“. Das Seminar, das sie gewählt hatte: „Genie und Wahnsinn“.
„München leuchtet“ hieß das Seminar, das Moritz Wohldorf gewählt hatte. Sein Thema: „Welche Gründe sprechen für die Umsetzung der Tram-Westtangente? Eine kritische Analyse“ Es stellte sich nach seiner Analyse leider heraus, dass es weitaus billigere und effizientere Lösungen für das Münchner Verkehrsproblem gegeben hätte als den Bau einer neuen Tram-Trasse.
Moritz gab den spürbar beeindruckten 12. Klässler*innen auch noch Tipps für die Erstellung ihrer ersten wissenschaftlichen Arbeit im kommenden Jahr. Ganz zentral eine kluge Zeitplanung! Das sagen wir Lehrkräfte auch immer …